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Vollmachten & Verfügungen

Vertraute über die Ausstellung informieren

Vollmachten und Verfügungen können eine gute Alternative zur gesetzlichen Betreuung sein. Je nach Vollmacht können alle Erledigungen des Lebens stellvertretend wahrgenommen werden. Dabei sollte der Aussteller allerdings einige Dinge berücksichtigen.

Die Vollmacht sollte nur für eine Person ausgestellt werden, die darüber informiert ist. Wer eine Person benennen will, der sollte den zukünftigen Stellvertreter vor der Ausstellung gezielt Fragen, ob er bereit ist, die Aufgabe im Ernstfall zu übernehmen. Bei der Person sollte es sich möglichst um einen Vertrauten handeln. Hierfür eignen sich sehr gute Freunde oder nahe Familienangehörigen. Der Stellvertreter soll später die Interessen wahren und im Sinne der eigenen Person handeln, weshalb auch über Wünsche gesprochen werden sollte. Alternativ können diese auch schriftlich fixiert und der Vollmacht beigefügt werden.

An geeigneten Stellen aufbewahren

Der Stellvertreter ist nur dann handlungsfähig, wenn er die schriftliche Vollmacht besitzt. Er muss sie jederzeit vorzeigen können. Deshalb muss sie an einem Ort aufbewahrt werden, an dem sie leicht gefunden werden kann. Geeignete Orte sind das heimische Arbeitszimmer, bei einem Notar oder bei einer Person, die das Schreiben einfach nur aufbewahrt und bei Bedarf an den Stellvertreter übergibt. Alternativ kann die Vollmacht auch an den Stellvertreter selbst übergeben werden. In der Praxis ist dies allerdings oftmals mit Problemen behaftet. Die Vollmachten gehen schnell verloren, so dass dies nur in Ausnahmen geschehen sollte.

Detailliert und unmissverständlich formulieren

Für die Erstellung der Vollmacht selbst sollte viel Zeit eingeplant werden. Einige Situationen erfordern sehr detaillierte Beschreibungen. Hierunter gehört beispielsweise die künstliche Beatmung und andere lebensverlängernde Maßnahmen. Sind die Formulierungen nicht eindeutig, dann kann die Vollmacht im schlimmsten Fall nutzlos werden. Gerade für solche Fälle lohnt es sich, einen Notar oder Anwalt zu beauftragen, der die Formulierung übernimmt.

Regelmäßig aktualisieren

Die Lebenssituationen ändern sich in der Moderne sehr schnell. Was vor einem Jahr noch gültig war, kann heute bereits verworfen sein. Deshalb sollten Vollmachten und Verfügungen regelmäßig aktualisiert werden. Geeignet ist hierbei ein Zeitraum von ungefähr einem Jahr. Die Dokumente sollten dann den aktuellen Anforderungen angepasst werden. Sind Umstände für die nähere Zukunft bekannt, die Einfluss auf die Vollmachten und Verfügungen haben, dann müssen sie bereits eingearbeitet werden. Bei Änderungen der gesetzlichen Lage, die das Dokument einschränken oder ungültig machen, muss die Anpassung unmittelbar nach Bekanntwerden erfolgen, da im Ernstfall keine Umsetzung möglich ist.

Liste der Ansprechpartner beifügen

Gerade bei Vollmachten und Verfügungen können weitere Entscheidungen notwendig werden, für die der richtige Ansprechpartner vorhanden sein muss. Deshalb sollte zu jeder Vollmacht und bei jeder Verfügung eine Liste von Ansprechpartnern vorhanden sein. Auf ihr werden Personen wie Ärzte, Notare, Rechtsanwälte und andere wichtige Gesprächspartner vermerkt. Damit hat die entscheidende Person einen vollständigen Überblick über alle relevanten Stellen. Müssen Entscheidungen getroffen werden, die eilig sind, dann entfällt die aufwendige Suche nach den Stellen, an denen die Informationen bereitliegen.

Über den Tod hinaus

Eine Vollmacht und Verfügung kann auch über den Tod hinaus bestehen. Vor allem wenn die Erbschaft noch nicht angetreten wurde, können Entscheidungen notwendig werden, die nur ein Bevollmächtigter treffen kann. Darüber hinaus können die Erben entlastet werden und auch die Notare und andere Personen haben einen Ansprechpartner, der wichtige Entscheidungen im Sinne des Verstorbenen treffen kann. Hierfür muss in der Vollmacht oder der Verfügung der Satz „Die Vollmacht bleibt auch nach meinem Tod rechtskräftig“ stehen.

Formalitäten beachten oder Formulare verwenden

Bei der Erstellung selbst, sollten die Formalitäten genau beachtet werden. Das Dokument darf handschriftlich verfasst sein. Am Ende sollte das Datum der Erstellung und der Ort stehen. Die Unterschrift muss handschriftlich erfolgen.

Wer ganz sicher sein will, der kann für die Verfügung oder Vollmacht auch ein Formular verwenden, das von verschiedenen Organisationen herausgegeben wird. Auf diesen Formularen sind alle Vorschriften umgesetzt. Ein Fehler, der das Dokument ungültig macht, ist bei diesen Formblättern kaum noch möglich.

 
Kontakt

Elvira Barth
Haus- & Familienpflegerin
E-mail: ElviraBarth1@web.de
Tel.: 03 52 68 / 8 29 75

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