Advance

Pflegestufen & Pflegegeld

Allgemeines zu den Pflegestufen...

Der Gesetzgeber hat drei unterschiedliche Pflegestufen eingerichtet. Die Einteilung richtet sich immer nach dem zeitlichen Aufwand, der von einer Person in Anspruch genommen werden muss. Letztlich richtet sich die Einteilung somit danach, welche Möglichkeiten der Selbstversorgung bei bestehender Krankheit noch verbleiben. Die Pflegestufen können daher von einer einmal wöchentlichen Inanspruchnahme bis zur täglichen Pflege reichen. Um überhaupt eine Pflegestufe zu erhalten, muss der regelmäßige Pflegeaufwand mindestens 90 Minuten betragen.

Begutachtung durch den MDK

Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Pflegestufe wird vom Medizinischen Dienst (MDK) geprüft. Der Dienst ist zunächst unabhängig neben den Kranken- und Pflegekassen. Er steht ihnen allerdings mit medizinischen Einschätzungen und Sachverstand zur Verfügung und muss bei jeder Einstufung herangezogen werden. Der Antrag auf eine Pflegestufe wird dabei zunächst bei der Pflegekasse gestellt. Danach stellt die Kasse einen Auftrag zur Begutachtung des Patienten.

Der MDK hat aufgrund des Auftrags die Aufgabe, den Patienten persönlich zu begutachten. Hierfür kommen die Mitarbeiter in der Regel in das Zuhause des Patienten. Allerdings geschieht der Besuch in der Regel nicht spontan. Vielmehr wird ein Termin vereinbart, der schriftlich zugestellt wird. Für die Begutachtungen selbst gelten feste Richtlinien, die bei allen Gutachten eingehalten werden müssen. Die Richtlinien stammen vom Spitzenverband der Medizinischen Dienste, da es mehrere Dienste gibt, deren Einzugsgebiete sich stark an den Landesgrenzen orientieren. Die Richtlinien selbst richten sich nach den Vorschriften, die vom Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch XI geregelt sind.

Nach der Begutachtung wird die Einteilung in eine Pflegestufe vorgenommen.

Pflegestufe I

Die Pflegestufe I ist für Patienten mit erheblichem Pflegebedarf reserviert. Die Pflegestufe wird dann erteilt, wenn täglich eine 90-minütige Pflege erforderlich ist. Dabei müssen allerdings mehr als 46 Minuten auf die Grundpflege entfallen. Unter die Grundpflege fallen Tätigkeiten der Körperpflege, Mobilität und Ernährung. Nicht relevant ist die hauswirtschaftliche Versorgung sowie die Hilfe bei ärztlichen Verordnungen wie Medikamentengaben.

In vielen stationären Einrichtungen ist die Feststellung einer Pflegestufe Voraussetzung, um einen Platz zu erhalten. Hierfür wird eine Bescheinigung der Heimbedürftigkeit ausgestellt. Dabei kann auch die Pflegestufe 0 festgestellt werden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Patient keine Pflege benötigt. Vielmehr wird hierbei einfach festgestellt, dass der Pflegebedarf die erforderlichen Kriterien nicht erfüllt.

Pflegestufe II

Bei der Pflegestufe II muss täglich eine dreistündige Pflege erforderlich sein. Zwei Stunden der Pflege müssen auf die Grundpflege entfallen. Darüber hinaus muss die Grundpflege zu drei verschiedenen Zeiten des Tages erforderlich werden. Zudem setzt die Einstufung voraus, dass mindestens dreimal wöchentlich eine hauswirtschaftliche Betreuung notwendig wird.

Pflegestufe III

Bei der Pflegestufe III muss ein Pflegeaufwand von täglich mindestens fünf Stunden notwendig werden. Mindestens vier Stunden davon müssen auf die Grundpflege entfallen. Zugleich muss ein Pflegebedarf vorliegen, der auch in der Nacht gewährleistet sein muss.

Pflegegeld und Sachleistungen

Bei den Zahlungen kann zwischen dem Pflegegeld und Sachleistungen unterschieden werden. Das Pflegegeld ist dabei die direkte Zahlung für die erbrachten Leistungen der ambulanten Dienste. Die Sachleistungen sind für die Unterbringung in professionellen Pflegeeinrichtungen gedacht. Dabei liegen die gewährten Beträge für die Sachleistungen wesentlich höher als das Pflegegeld. Die Leistungen werden direkt an die Einrichtungen gezahlt. Liegt der Betrag für die Pflege unterhalb der gewährten Sachleistungen, dann kann die Differenz als Pflegegeld ausgezahlt werden. Diese Möglichkeit wird als Kombinationsleistung bezeichnet. Reichen die Sachleistungen zur Finanzierung des Platzes nicht aus, dann müssen die privaten Einkünfte wie Rente und Ähnliches verwendet werden. Reicht die Kombination der beiden Zahlungsmöglichkeiten nicht, dann kann ein Antrag beim Sozialamt gestellt werden, die den Differenzbetrag bezahlen.

 
Kontakt

Elvira Barth
Haus- & Familienpflegerin
E-mail: ElviraBarth1@web.de
Tel.: 03 52 68 / 8 29 75

Facebook Twitter RSS Feed